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qepHom im Radio III



Der Podcast des Magazins »Abenteuer Archäologie« enthält in seiner zweiten Ausgabe 2007 einen Bericht über Kunstsprachen, zu denen natürlich auch Klingonisch gehört. Der komplette Bericht ist zu finden auf der Webseite des Magazins, unter arceoTon, datiert vom 16.04.07. Unten steht der Wortlaut, und hier ist ein Ausschnitt des Berichtes zum Download, eine 2,6 MB große mp3 Datei.


Da werden Englisch- und Lateinlehrer vor Neid erblassen, denn Fremdsprachen sind in Mode, allerdings weder lebende noch tote, sondern viel mehr erfundene.

Schon in der ersten Hälfte des 20 Jahrhunderts hatte der Romancier John Ronald Reuel Tolkien für seine Völker in Mittelerde eigene Sprachen entwickelt. Die opulente Verfilmung machte Tolkiens Sprachkonstruktionen schließlich vor ein paar Jahren für eine weltweite Fangemeinde hörbar. Man darf sich also vorstellen, wie Tolkien-Fans grammatische Formen pauken: linon ich singe, linal du singst, lina er/sie/es singt.

Der Herr der Ringe löste nicht die erste Welle dieser Art aus, denn schon 1984 ließ die Filmgesellschaft Paramount durch den Linguisten Marc Okrand für eines der Völker in ihrer Star Trek Serie - die kriegerischen Klingonen nämlich - eine eigene Sprache entwickeln. Der Höhepunkt war erreicht, als Captain Kirk belehrt wurde, Shakespeares Hamlet solle ein gebildeter Mensch nicht in der englischen Übersetzung, sondern im klingonischen Original lesen. Ein Rat, den bis heute unzählige Trekkies in aller Welt befolgen, so wie Lieven Litaer, leidenschaftlicher Trekkie, und des klingonischen mächtig.

- Hallo, Herr Litaer!

- Guten tag.

- Sie sind Belgier, leben seit jahren in Deutschland und sprechen Klingonisch.

- Ja, das ist richtig.

- Wieso sprechen Sie eine außerirdische Sprache? Rechnen Sie mit Besuch?

- Nein, das sicherlich nicht, aber es ist immer schon so gewesen, dass ich Star Trek Fan war, und Star Trek Fans machen nun mal gerne das, was mit Star Trek zu tun hat. Und da ich zusätzlich auch für Sprachen immer schon interessiert war, war es für mich eine gute Kombination, das Hobby mit auch etwas sinnvollen zu kombinieren, nämlich... die klingonische Sprache ist nun mal eine Kunstsprache, aber halt eine funktionierende Kunstprache und deswegen macht es auch Spaß, dann diese zu lernen.

- Es gibt klingonische Lehrbücher und Lexika, somit ist die Sprache besser dokumentiert als die meisten lebenden Sprache auf der Erde. Warum glauben Sie ist das so?

- Das glaube ich kann man damit erklären, dass man die Sprache nicht lernen kann, indem man in ein bestimmtes Land reist und sich die Sprache anhört, sondern es muss alles was darüber bekannt ist irgendwo nierdergeschrieben werden. Und weil diese Sprache auch so ungewohnt ist und so unbekannt ist, kann man nicht von dem ausgehen, was man kennt, sondern muss wirklich jede Eigenschaft der Sprache auch aufschreiben.

- Immerhin war ja auch William Shakespeare Klingone...

- Ja, William Shakespeare war Klingone; das wurde "bestätigt" in dem Star Trek Film 6, als nämlich einer der Generale dort zitiert hat aus Hamlet, er hat ja gesagt dass man Hamlet am besten genießen kann, wenn man ihn natürlich im Klingonischen Original gelesen hat.

- Haben Sie ihn auch gelesen?

- Ja sicher, das hab ich.

- Zitieren Sie!

- taH pagh taHbe'. DaH mu'tlheghvam vIqelnIS.

- Ach... Was heißt das?

- Das ist die berühmte Passage "Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage".

- Herr Litaer, vielen Dank für das Gespräch und auf wiederhören.

- Qapla' - Viel Erfolg.

Es gibt also offenbar Sprachen, die es garnicht gibt.
Im aktuellen Heft von "Abenteuer Archäologie" schreibt der Berliner Journalist Josef Tutsch über die erfundenen Idiome. Lesen Sie seinen Beitrag und noch vieles mehr in "Abenteuer Archäologie" Nummer 2/2007.



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